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1 | Die vielen Fragezeichen und die Suche nach dem großen Zusammenhang

Wie gelangt man zu diesem einen Strich, der alle Punkte miteinander verbindet, der mich die Dinge im großen Zusammenhang erkennen lässt?


Wir alle haben unsere eigene Sicht der Dinge, und im Laufe unseres Daseins machen wir uns folglich auch ein eigenes Bild von der Welt. Da es uns aus unserem subjektiven Blickwinkel betrachtet niemals auch nur annähernd möglich sein wird ein Gesamtbild zu erlangen, müssen wir uns mit Ausschnitten begnügen – einem Teilbild vom „Großen Ganzen“. Ob es sich bei diesem lediglich um ein chaotisches, zusammenhangsloses Stückwerk handelt, hängt mitunter davon ab, welche Einblicke wir erhalten und wie viele Verbindungen wir im Zwischenraum der Dinge ausmachen können, um die Teile sinnvoll miteinander zu verknüpfen.


Du hast es bestimmt auch schon mal gehört oder gelesen: Alles ist miteinander verbunden. Weder kann ich sagen, wer diese Behauptung erstmals aufstellte, noch weiß ich, was ursprünglich damit gemeint war, schließlich gibt es viele Arten von Verbindungen. Wird sich dieser Behauptung heute bedient, dann zumeist in einem spirituellen Kontext. Nur allzu gerne würde ich zu einer möglichst ganzheitlichen Sichtweise gelangen oder diese spirituelle Allverbundenheit fühlen (sofern es diese überhaupt gibt), aber wie kommt man zu diesem einen Strich, der alle Punkte miteinander verbindet, der mich die Dinge im großen Zusammenhang erkennen lässt?


Bei dem Versuch, meine individuelle Sicht der Dinge zu schärfen und mein Blickfeld zu erweitern, bin ich auf meinen Gedankengängen unweigerlich über dieselben großen Fragen gestolpert, die voraussichtlich für alle Zeit im Raume stehen werden. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber möglicherweise ist das auch der Grund, warum ich eine Art von Verbundenheit fühle, mit allem was vor mir war, jetzt ist und jemals existieren wird, sobald ich tief in diese Gedankenwelt eintauche.


Woher kommen wir? Was ist der Ursprung des Universums? Gibt es einen Gott? Was ist der Sinn des Lebens? Wohin gehen wir? Gibt es ein Leben nach dem Tod? …


Solange wir auf die größten aller Fragen keine wissenschaftlichen Antworten gefunden haben, müssen wir uns wohl damit abfinden, dass jede Sicht der Dinge, wie fern oder nah diese auch einer holistischen Betrachtung kommen mag, lediglich das Resultat subjektiver Auslegung ist, und das persönliche Weltbild auch den individuellen Glauben widerspiegelt. Allein bei der Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, scheiden sich bekanntlich die Geister, und zweifelsohne wäre besonders diese Information für die richtige Deutung der Dinge überaus hilfreich. Mehr oder minder inspirierende Ratgeber, die uns sagen, wie dies zu sehen ist und jenes einen Sinn ergibt, kennen wir zuhauf, doch jeder formuliert im Laufe des Lebens seine eigenen Glaubensätze.


Ich persönlich würde mir wünschen, dass meiner Existenz irgendein höherer Sinn innewohnt, aber kann ich daran wirklich glauben? Ich denke, umso mehr ich gewillt bin, meine Sicht zu hinterfragen, dabei auch bereit bin, Vorprägung sowie Wunschdenken auszuklammern und meine Augen vor nichts verschließe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Wahrnehmung und das, was wir Wirklichkeit nennen, nicht allzu weit auseinander liegen. Mein persönliches Weltbild werde ich im Folgenden versuchen zu beschreiben…




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